Der Clash of Clans Hack

Entwicklung von Clash of Clans

Wer kennt nicht die kleinen tapferen Krieger, Trolle oder Magier von Clash of Clans die sich heldenhaft, wenn auch vielleicht manchmal etwas tollpatschig in den Kampf stürzen. Veröffentlicht wurde das Spiel erstmals im Jahre 2012 und ist seit dem auf einem rekordverdächtigen Erfolgskurs. Hinter dem Konzept steckt das finnische Unternehmen Supercell, das mit einem durchdachten Spielkonzept und einer hervorragenden Marketingstrategie das Spiel innerhalb kürzester Zeit zum Erfolg brachte. Mittlerweile hat das Unternehmen weitere Spieltitel veröffentlicht, die bereits ebenfalls auf einem guten Kurs sind.

Heiße Games aus dem kühlen Norden

Gegründet wurde das Unternehmen von Ilkka Paananen im Jahre 2010 in Helsinki. Branchenkenner bezeichnen es derzeit Supercell als das bisher am schnellsten wachsende Spieleunternehmen bisher. Die Erfolgsgeschichte von Supercell klingt auch nahezu unglaublich, begann aber wie bei vielen Unternehmen auch mit kleineren Anlaufschwierigkeiten. Ziel von Ilkka Paananen war es Spiele zu entwickeln, die einen nachhaltigen und tieferen Eindruck hinterlassen sollten, als bisherige Spiele mit sozialen Netzwerk-Strukturen. Dieser Vorsatz klingt sehr ambitioniert und konnte mit dem Browserspiel Gunshine.net auch gut umgesetzt werden. Die Kritiken waren durchwegs positiv, jedoch ist die Konkurrenz auf dem Browserspiel-Markt sehr groß, weshalb die erhofften Absätze ausblieben.

Starthilfe vom Staat

Wie viele andere Unternehmen profitierte Supercell von umfassenden staatlichen Förderprogrammen und erhielt einen staatlichen Kredit von 400.000 Euro. Trotz der anfänglichen Startschwierigkeiten reichte das Geld aus um noch weitere Spiele zu entwickeln. Im Jahre 2012 wurden dann die Spiele Hay Day und Clash of Clans veröffentlich. Das Unternehmen setzte diesmal jedoch auf mobile Plattformen und hatten mit beiden Produkten kommerziellen Erfolg. Seither hat Supercell bereits wieder mehrere Hundert Millionen Euro in Form von Steuern zurück an den Staat bezahlt. Für den Staat Finnland war die Investition in Supercell in jedem Fall lohnend, zumal die Prognosen für das Unternehmen durchwegs positiv sind.

Kassenschlager: Clash of Clans

Das bekannteste Spiel von Supercell ist Clash of Clans. Bei dem Spiel geht es darum in einer Fantasy-Welt in der gegen andere Spieler bzw. Clans zu kämpfen. Das Konzept selbst ist eine Mischung aus vielen Ansätzen, die aus unterschiedlichen Spielformen bekannt sind. Aufgegriffen wurde das Element des Aufbauspiels, wie es von Browsergames bekannt ist, da bestimmte Ressourcen gesammelt bzw. auch spezielle Gegenstände wie Tränke zubereitet werden können. Ergänzt wird dies mit dem Tower-Defense-Element, bei dem es darum geht, seine eigene Basis zu verteidigen. Schlussendlich ist das ganze Konzept mit dem Element eines Echtzeit-Kampfspiels abgerundet. Die Kombination aus diesen drei Elementen schlug bei den Nutzern ein, wodurch das Unternehmen im ersten Quartal 2013 alleine einen Nettoumsatz von 178 Millionen US-Dollar gemacht hat. Supercell selbst blieb davon ein Gewinn von 106 Millionen US-Dollar. Insgesamt zählt Supercell rund 100 Millionen Spieler weltweit von denen rund 30 Millionen Clash of Clans spielen.

Werbung zum Erfolg

Entgegen vieler anderer Unternehmen im Bereich der Spieleentwicklung setzte Supercell von Beginn an auf Marketing und wartete nicht erst darauf, bis die Spiele sich in der Community verbreiteten. Sie sprachen bewusst neue Nutzer an und schalteten als einer der wenigen Spieleentwickler beispielsweise Werbung im Fernsehen. Dadurch erreichten sie deutlich mehr Nutzer und machten mit ihren kreativen Spots Millionen Spieler Lust auf die App. Wie wichtig Marketing für das Unternehmen ist, zeigt sich alleine an den enormen Investitionen in Werbemaßnahmen. 2015 investierte Supercell für einen 60 Sekunden langen Spot beim Superbowl neun Millionen US-Dollar. Durchschnittlich investierten Unternehmen meist nur in 30 Sekunden lange Werbeeinschaltungen, die "nur" noch die Hälfte kosten. Die neun Millionen waren lediglich dafür zu bezahlen, damit überhaupt der Spot gezeigt wurde. Hier kommen noch Produktionskosten und Gagen in unbekannter Höhe hinzu, denn unter anderem ist der Hauptdarsteller des Spots Liam Neeson.

Ausschließlich für mobile Geräte konzipiert

Supercell geht nicht nur bei seiner Spielidee neue Wege, sondern verabschiedete sich rasch vom klassischen Browsergame. Die Spiele werden daher exklusiv für die mobilen Plattformen Android und iOS entwickelt. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Spielen verzichtet Supercell bewusst auf eine Version für den Webbrowser und veröffentlichte 2012 Clash of Clans zuerst für iOS und 2013 schließlich auch für Android. Seither konnte sich das Spiel in den vordersten Rängen der Top-Downloads halten. Das exklusive Modell ging auf, denn nur drei Jahre nach der Veröffentlichung konnte das Unternehmen einen Umsatz von 2,109 Milliarden Euro erzielen, von dem Supercell alleine 848 Millionen Euro an Netto-Gewinn blieben.

Das Geschäftsmodell hinter Clash of Clans

Das Geschäftsmodell von Clash of Clans ist Free-to-Play - ein beliebtes Konzept bei Browsergames. Free-to-Play bedeutet, dass das Spiel grundsätzlich kostenlos spielbar ist. Alle für das Spiel erforderlichen Gegenstände können vom Spieler selbst verdient werden. Wer allerdings schneller voran kommen möchte, der benötigt die raren Juwelen. Zwar gibt es die auch so im Spiel, jedoch sind die ausgesprochen selten. Obwohl es die Juwelen vereinzelt auch im Spiel gibt, geht es deutlich schneller, wenn reale Währung investiert wird. Für eine große Truhe Juwelen sind rund 90 Euro zu bezahlen. Lange halten diese Juwelen jedoch nicht. Daher wird das Modell gerade von Jugendschützern immer wieder stark kritisiert, da es zu sehr zu Spontankäufen verleitet. Neben der vielen Kritik wurden zahlreiche Clash of Clans Hacks entwickelt und veröffentlicht, die es ermöglichen Juwelen, Gold und Elixier, sogenannte Gems, kostenlos zu generieren. Leider sind viele Angebote heiße Luft, da sie nicht funktionieren. Anders ist dieser Hack, der von Grund auf professionell aufgezogen wurde. Beeinträchtigen tun die Hacks den Umsatz Supercells nicht, da Spielehacks zum Großteil von denen verwendet werden, die nicht bereit sind Geld für In-Game-Gegenstände auszugeben. Schätzungsweise werden jeden Tag fünf Millionen Euro weltweit alleine für In-App-Käufe bei Clash of Clans ausgegeben. Wie viel Supercell durch die In-App-Verkäufe tatsächlich verdient, darüber ist nichts bekannt, denn diese Zahlen werden von Unternehmen nur ungern veröffentlicht. Klar ist jedoch, das die Spiele gerne Geld dafür ausgeben, was Supercell regelmäßig unter die Spitze der umsatzstärksten Unternehmen katapultiert.

Weitere mobile Games am Start

Ein so erfolgreiches Unternehmen wie Supercell setzt natürlich nicht nur auf ein einziges Spiel. Parallel zu Clash of Clans wurde auch das Spiel Hay Day veröffentlicht. Bei Hay Day geht es darum sich als virtuelle Farmer zu betätigen. Es müssen Pflanzen angebaut und Tiere gepflegt werden. Hay Day, das ebenfalls nur für mobile Plattformen verfügbar ist, greift damit bereits bekannte und sehr erfolgreiche Farm-Spiele auf. Um sich jedoch gleich von der Masse an vergleichbaren Spielen abzuheben, wurden von Beginn an stark die Wünsche der Nutzer berücksichtigt und mit in das Spiel integriert. 2014 wurde das Spiel Boom Beach veröffentlicht, dass an Clash of Clans angelehnt ist, jedoch auch Elemente von dem ersten Titel von Supercell, Gunshine.net, wieder aufgreift. 2015 wurde Smash Land veröffentlicht jedoch kurz später wieder eingestellt. Dies zeigt einerseits, dass auch Supercell immer wieder Rückschläge hinnehmen muss. Allerdings hält das Unternehmen nicht krampfhaft an Titeln fest, die keinen Erfolg versprechen und vergehen nicht in Trauer, wenn ein Titel bei den Benutzern nicht ankommt. Im Gegenteil, sie stürzen sich sofort auf ein neues Projekt. 2016 wurde schließlich das Spiel Clash Royale veröffentlicht, dass auf Clash of Clans basiert. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Karten- und Echtzeitspiel. Vom eigentlichen Clash of Clans sind hier lediglich die Figuren mit bestimmten Fähigkeiten geblieben. Im direkten Duell gegen einen anderen Spieler muss dieser mithilfe des eigenen Kartendecks besiegt werden. Diese Idee ist nicht neu und wurde bereits bei anderen beliebten Spielen aufgegriffen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Strategiespieler auch für das Kartenspiel begeistern lassen.

Anteilskauf durch Tencent

Als weltweit erfolgreichster Spieleentwickler, der sogar Branchengrößen wie EA abgehängt hat, haben natürlich andere Unternehmen Interesse an Supercell. Im Juni 2016 kaufte Tencent 84,3 % der Anteile von Supercell. Dies kostete dem Unternehmen 8,6 Milliarden US-Dollar. Tencent ist ein chinesisches Internetunternehmen mit einem breiten Portfolio. Zu den Geschäftsfeldern gehört des Unternehmens gehören beispielsweise der Betrieb von sozialen Netzwerken, Sofortnachrichtendienste und diverse Onlinemedien. Ein weiteres Geschäftsfeld von Tencent umfasst auch interaktive Unterhaltung, wozu primär Spiele gehören. Schon seit Längerem investiert das Unternehmen verstärkt in Unternehmen, die sich mit der Spieleentwicklung beschäftigen, und ist unter anderem passiver Investor bei Blizzard Activision, wodurch die Trennung vom Unternehmen Vivendi unterstützt wurde. Tencent will anscheinend stärker auf dem westlichen Markt Fuß fassen und plant unter anderem auch noch die weiteren Anteile von Supercell aufzukaufen. Für die Spieler selbst wird sich daran vermutlich nicht viel ändern, denn bisher gibt es kein Bestreben von Tencent etwas am Entwicklerteam oder an den beliebten Titeln von Supercell zu ändern.